Vom 18.Juni bis 13.Juli 2004 fand die
Fideweltmeisterschaft in Tripolis/Libyen statt. Schirmherr des Turnier
war der Libysche Präsident Muhammar Gadaffi. Weshalb es im Vorfeld
auch viel Kritik gab, die gerade von jüdischen Schachspielern lautstark
geäußert wurde. Vor allem, weil die Forderung der jüdischen Spieler, Bodyguards
mit nach Libyen nehmen zu dürfen, abgelehnt wurde. Aus diesen Gründen
und weil Gadaffi weltweit als Terrorist eingestuft wird, hat die ACP zum
Boykott des Turniers aufgerufen. Aber mit insgesamt 1,5 Millionen Euro
Preisgeld (aus Gadaffis persönlicher Tasche), lockte das Turnier und so
konnten viele Spieler nicht nein sagen. Nur die besten Spieler der Welt
kamen nicht. Kasparov kam nicht, da er gegen den Sieger des Turnier antreten
wird, Kramnik und Leko bereiten sich auf ihren Weltmeisterschaftskampf
vor und Anand, Svidler, Shirov und Ponomariov haben ebenfalls abgesagt.
Nur Adams (2738),Topalov (2737), Short (2712), Grischuk (2719) und Ivanschuk
(2716) waren die einzigen 2700er, die an dem Turnier teilnahmen und somit
als Favoriten galten. Für Deutschland starteten Dautov, Graf und Kritz.
Insgesamt nahmen 128 Teilenehmer an dem Turnier teil. Gespielt wurde im
KO-Modus (somit halbiert sich die Zahl der Teilnehmer jede Runde). Die
Spieler spielten 2 Runden mit je 1 Stunde 30 Minuten Bedenkzeit. War dann
immer noch keine Entscheidung gefallen, so wurden zwei Schnellschachpartien
mit je 25 Minuten gespielt und danach gegebenenfalls noch drei fünfminütige
Blitzpartien.

Eröffnungsfeier mit Kirsan Iljumshinov |
1.Runde:
Topalov (2737) gewann 2:0 gegen Abulhul (2076)
Adams (2738) gewann ebenfalls 2:0 gegen Asabri (2277)
Leonid Kritz (2534) gewann überraschend mit 2:0 gegen Krishnan (2659)
Graf (2656) gewann mit 2:0 gegen Dibyendu (2539) |
Somit sah es in der ersten Runde für die Favoriten und
die deutschen Teilnehmer sehr gut aus, wenn nicht Dautov (2616) mit 1,5:2,5
gegen Andrei (2593) ausgeschieden wäre.
Interessant war auch die Partien des dreizehnjährigen Magnus Carlsen (2552)
der erst im Tie-Break gegen Aronian (2645) mit 1,5:2,5 ausschied. Somit
halbierte sich das Teilnehmerfeld auf 64 Spieler.
Der spätere 17jährige Halbfinalist
Teimour Radjabov scheint gut gelaunt
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2.Runde:
Topalov gewann gegen Aleksander (2602) mit 2:0
Adams gewann mit 1,5:0,5 gegen Karen (2605)
Graf schied mit 0,5:1,5 gegen Vladislav (2635) aus
Auch Kritz schied mit 0,5:1,5 aus. Er scheiterte an Rafael (2564)
und somit waren schon alle deutschen Teilnehmer in der 2. Runde
aus dem Turnier geflogen. Sehr überrachend verlor auch Short mit
0,5:1,5 gegen Hameed Mansour Ali (2379).
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3.Runde:
Topalov gewann mit 1,5:0,5 gegen Sergei (2647)
Adams warf Hichem (2544) mit 1,5:0,5 aus dem Turnier
Grischuk gewann mit 4:2 gegen Valerij (2639)
Die große Überraschung der Runde war, dass Ivanschuk, der frisch gekürte
Europameister gegen Kasimdzhanov (2652) ausschied. Das war schon der
2. Favoritensturz in diesem Turnier.
4.Runde:
Kozul, Zdenko (CRO) 2627
0 0 0
Topalov, Veselin (BUL) 2737
1 1 2
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Smirnov, Pavel (RUS) 2601
½ ½ ½ ½ ½ 0 2.5
Radjabov, Teimour (AZE) 2670
½ ½ ½ ½ ½ 1 3.5
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Nakamura, Hikaru (USA) 2580
0 ½
0.5
Adams, Michael (ENG) 2731
1 ½
1.5
---------------------------------------------------------------
Grischuk, Alexander (RUS) 2719
½ ½ ½ ½ 1 ½ 3.5
Beliavsky, Alexander G (SLO) 2667 ½ ½
½ ½ 0 ½ 2.5
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Almasi, Zoltan (HUN) 2631
0 0 0
Kasimdzhanov, Rustam (UZB) 2652 1 1
2
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Krasenkow, Michal (POL) 2609
½ 0 1.5
Akopian, Vladimir (ARM) 2689
½ 1 1.5
---------------------------------------------------------------
Dreev, Alexey (RUS) 2689
½ ½ ½ 0 1.5
Dominguez, Lenier (CUB) 2612
½ ½ ½ 1 2.5
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Nisipeanu, Liviu-Dieter (ROM) 2692 ½ ½ 1 0 ½
½ 0 3
Kharlov, Andrei (RUS) 2593
½ ½ 0 1 ½ ½ 1 4
Somit haben wir in der 4. Runde das Achtelfinale mit
16 Teilnehmern erreicht. Überraschend war das Weiterkommen von Dominguez
und Andrei, die gegen deutlich stärkere Spieler gewannen. auch das sehr
gute Abschneiden des 15jährigen Nakamura war insgesamt doch sehr überraschend.
Er scheiterte erst gegen Adams.
5.Runde:
Topalov, Veselin (BUL) 2737
1 1 2
Kharlov, Andrei (RUS) 2593
0 0 0
------------------------------------------------------------
Dominguez, Lenier (CUB) 2612
1 0 ½ ½ ½ ½ ½ 3.5
Radjabov, Teimour (AZE) 2670
0 1 ½ ½ ½ ½ ½ 3.5
------------------------------------------------------------
Adams, Michael (ENG) 2731
1 ½ 1.5
Akopian, Vladimir (ARM) 2689
0 ½ 0.5
------------------------------------------------------------
Kasimdzhanov, Rustam (UZB) 2652 1 0 1 1
3
Grischuk, Alexander (RUS) 2719
0 1 0 0 1
Und schon wieder stürzte ein Favorit und schon wieder
war Kasimdzhanov schuld daran. Mit 3:1 überspielte er Grischuk und schickte
ihn auf die Heimreise. Topalov setzte sich mit 2:0 durch und hatte so
zwischenzeitlich eine Performance von knapp 3000! Dominguez konnte erst
durch den 17-jährigen Radjabov gestoppt werden. Die Tie-Breaks brachten
keine direkte Entscheidung aber Radjabov spielte die letzte Blitzpartie
Remis und kam so weiter. Akopian schied an Adams aus und somit waren
Adams und Topalov die letzten Favoriten im Turnier.
6.Runde:
Mit der 6. Runde befinden wir uns im Halbfinale. Ab nun werden statt
zwei normal lange Partien vier Partien gespielt. Das Tie-Breaksystem
wird aber beibehalten.
Kasimdzhanov, Rustam (UZB) 2652 ½ ½ ½ ½ 1 1 4
Topalov, Veselin (BUL)
2737 ½ ½ ½ ½ 0 0 2
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Radjabov, Teimour (AZE) 2670
0 ½ ½ ½ 1.5
Adams, Michael (ENG)
2731 1 ½ ½ ½ 2.5
Die Überraschung des Turniers bekam man im im Halbfinale
zusehen. der große Favorit Topalvo scheiterte an Kasimdzhanov! Er spielte
die regulären Partien allesamt Remis und wurde dann in den Tie-Breaks
mit 2:0 überrollt. Insgesamt verlor er mit 4:2. Adams gewann erwartungsgemäß
gegen Radjabov, wenn auch knapp. Somit lautet das Finale Michael Adams
gegen Rustam Kasimdzhanov.

Adams - Radjabov:
Adams setzte sich knapp
gegen Radjabov (hier mit Sonnenbrille) durch
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Kasimdzhanov - Topalov:
Der Topfavorit Topalov
wurde im Halbfinale gestoppt |
7.Runde:
Das Finale wurde über 6 Partien gespielt. Danach kam, wenn nötig, das
gewohnte Tie-Break.
Adams, Michael (ENG)
2731 ½ 0 1 0 1 ½ 0 ½ 3.5
Kasimdzhanov, Rustam (UZB) 2652 ½ 1 0 1 0 ½
1 ½ 4.5
Die Überraschung war perfekt. Nicht der starke, wettkampferfahrene
Favorit Michael Adams gewann, sondern der Außenseiter Kasimdzhanov!
In der letzten Blitzpartie hat Adams sich eine Gewinnstellung schon
aufgebaut, gab den Vorteil aber immer weiter ab und Kasimdzhanov konnte
sich das Remis sichern, das ihn zum Weltmeister machte. Somit ist Kasimdzhanov
der neue Fideweltmeister und auch der Herausforderer von Kasparov, um
die Schachwelt wieder zu vereinen. Vielleicht gelingt ihm dort auch
eine Überraschung. Gerüchten zufolge, bereitet sich Kasparov schon sehr
intensiv auf das Match gegen Kasimdzhanov vor.

Kasimdzhanov - Adams:
Es war ein hartes Duell mit überraschend wenig Remisen
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Die Vier Halbfinalisten Adams,Kasimdzhanov,
Radjabov und Topalov mit dem Fidepräsident
und dem lybischen Sportminister |
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